Lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach
Als bekennende Freundin der Streetfotografie fühlte ich mich während der vier Tage in Paris mehr als wohl. Da konnte ich die Linse direkt ansetzten und einfach drauflos fotografieren. Die Strassenkünstler haben sich sehr gern fotografieren lassen und legte ein besonders schönes Lächeln auf, wenn sie eine Kamera sahen. Auch die Touristen fühlten sich nicht belästigt; zumindest glaube ich das.
Dennoch habe ich versucht die Norm etwas zu wahren und fotografierte meist mit offener Blende und dem 50mm Objektiv.

In der Metro auf dem Weg zur Notre-Dame …

Noch bevor das Gebäude zu sehen war … stand eine Masse Menschen davor …

Der Glöckner von Notre-Dame war nicht zu gegen, obwohl so viele Menschen bei ihm klingelten …

Lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach …

Mein persönliches Lieblingsbild …

Es war eine Freude den Kindern bei der Fütterung zu zu sehen … das Lachen und die strahlenden Gesicherter haben das Herz berührt …

An fast jeder Ecke saß oder stand ein Musiker, ein Maler oder sonst ein Kleinkunstdarbieter …

Besonders schön auch die staunenden Gesichter der Touristen …

Ein Tick meinerseits: fotografierende Menschen zu fotografieren ;-)

Und dann gibts in Paris auch so eine Brücke, wo die Schlösser der frisch Vermählten abgeschlossen und den Schlüssel in den Fluss geworfen wird …

Die glückliche Braut … nur in Paris kann man sich richtig trauen ;-)

Der Blumenmarkt … der auch Vögel und Fische im Angebot hat …
Cimetière du Père-Lachaise – Wo Chopin mit Morrison einen Walzer tanzt
Einen Ort wollte ich in Paris unbedingt besuchen – den Friedhof Père-Lachaise.
Um die Ausmasse (44 Hektar) der Gebeinshäuser und der Wege (dort dürfen auch Autos fahren) zu verdeutlichen, beginne ich diese Fotosession mit ein paar unspektakulären Bildern.

Ein kleiner Weg mitten durch die Gräber …

Eine Nebengasse aufgenommen von einer Anhöhe …

Ein Grab aus Alabaster …
Selbstverständlich kann man auch einen virtuellen Spaziergang über diesen traditionellen Parkfriedhof machen. Dann tun einem die Füße nicht so weh und Jim Morrison läßt sich schneller finden …
Und somit kommen wir auch zu ein paar bekannten Personen, die ihre letzte Ruhe auf der Anlage fanden. Dazu seit kurz erzählt, dass ein Lageplan des Friedhofs €2,50 kostet und die meisten Besucher selbst mit Lageplan das Grab von Jim Morrison nicht fanden. Es liegt in der dritten Reihen und man muss zwischen den Gräbern hindurch, um seine (sehr) unspektakuläre Ruhestätte zu sehen.

Jim Morrison – bescheiden sein Grab – doch es pilgerten viele Menschen dort hin.

Die Gestaltung des Grabes ist nicht reglementiert und oft stehen mannshohe Engels- und Marienstatuen auf den Gäbern.
Ein paar besondere Details, die mir bislang noch auf keinem Friedhof begegnet sind:

Kupfer: Eine Malerpalette und ein Blumenstrauß

Auf ganz vielen Gräbern liegen Porzellanblumen, einzeln, als Strauß oder als Kranz. Feine, intensive Farben zwischen Grau, Moos und kaputten Steinplatten …

Ein letzter Hauch von Farbe … in ein Gebeinshaus hineinfotografiert …
So weit so gut – das ist erstmal nur eine kleine Ansicht des größten und wohl bekanntesten Friedhofs Paris. Aber es gab ja noch Montmarte und seine Heiligtümer und ein Zwiegespräch mit Heinrich Heine – doch davon erzähle ich ein ander mal.
Zu den Pyramiden

Vom Champs Èlysees bin hinunter zum Louvre geht man ganz gemütlich am Petit Palais vorbei …

Am Place de la Concorde kann man sehr schön die Automassen am Arc de Triomphe sehen und die Menschenmassen im Jardin des Tuileries beobachten …

Überall laden Bänke, Stühle und kleine Cafes zum ausruhen ein …

Nein! Das ist definitiv nicht das Brandenburger Tor, das ist der Arc de Triomphe du Carrousel …

Dann endlich trifft man auf die Pyramide vor dem Louvre … nach knapp 4 Kilometer steht man endlich davor …

… natürlich haben wir nachgeschaut, ob die Filmindustrie auch keinen Blödsinn erzählt und habe die Umgekehrte Pyramide gefunden …
Champs Èlysees – Wo das Flaire zu Hause ist

Ob Jung, ob Alt – die meisten Pariser tragen Ohrstöpsel, Kopfhörer oder ein Mobilphone am/im Ohr … selten, sehr, sehr selten haben wir mal Jemand getroffen, der nicht nicht in sein Mikrophon quasselte …

Ich mag Starbucks Filterkaffee …

Auf der Champs Èlysees geht es genauso zu wie auf der Kö, in der Friedrichstrasse, auf der Zeil oder auf dem Ku’dam … Menschen, Menschen, Menschen, die mit Markentaschen und -tüten wild umher laufen, sehr geschäftig tun und sich dann bei einm Cafe entspannen …

Solche Fahrradverleihstationen Vélib’ gibt es an fast jeder Ecke. Tolle Idee und gar nicht mal so teuer. Für kurz mal eben hier- oder dorthin radeln, um schnell mal ein Brot oder Käse zu holen ist es billig. Ein Jahresbeitrag ist zu entrichten und dann sind die ersten 30 Minuten kostenfrei und dann staffelt sich das bis zu einem Tagesmietpreis von 151 Talern. Also! Immer nur 30 Minuten radeln, Fahrrad an der Station abgeben und neu entleihen ;-)

Wer nicht mehr dem Rad oder Mopet oder Vesper oder Auto unterwegs ist, der nimmt die Metro … Wer in Berlin U-Bahn fährt, wird sich im Pariser Untergrund mehr als zu Hause fühlen. Der Plan sieht fast genauso aus, nur die Stationen haben andere Namen ;-)
Das Fußleitsystem von einer Linie zu einer anderen Linien (an einem Knotenpunkt) ist sehr übersichtlich und einfach gestaltet. Selbst als planloser Tourist kann man sich nicht verlaufen. Notfalls immer der Meute nach und oben auf den Plan schauen.
Sehr beeindruckt war ich vom Ticketsystem, ohne gültige Fahrkarte geht die Tür nicht auf …
Zeitzeugen im Kreisverkehr

Überall waren diese Mopets und Vespas auf den Strassen unterwegs und ja, die Franzosen haben vierspurige Strassen mitten in der Stadt ohne Fahrbahnmarkierung und das Überholen klappte auch recht gut … alles fließt … keiner hupt …

Um vom Place Charles de Gaulle zum Triumphbogen zu kommen (wie gesagt 4-spurige Strasse ohne Chance der Überquerung) muss man eine Unterführung nutzen, die sehr elegant in Marmor angelegt wurde. Auch die Geschichte des Triumphbogens ist dort nachzulesen …

den ein oder andere Zeitzeugen haben wir auch getroffen …

Sehr schön fand ich, dass das Grabmal des unbekannten Soldaten mit sehr viel Ehre und Ehrerbietung betrachtet wurde. Die Stille war greifbar und sehr erhaben …
Um den Eiffelturm drumherum

Es dauerte insgesamt 4 Stunden bis wir uns mal wieder setzten konnten. Die Beine haben wir uns – in der Warteschlange – in den Bauch gestanden, um auf den Eiffelturm zu kommen. Bis ganz nach oben waren wir … und dann relativ schnell wieder runter, weil es kalt und sehr windig war …

Auf dem Weg zur nächsten Metrostation entdeckten wir noch ein paar Ausruhende …

… mit Musik geht alles besser … auch der Treppenaufstieg zum Place du Trocadero …

… ganz Mutige nahmen natürlich den megaschweren Aufstieg über die Balustrade …

Ups! Wo ist denn der Turm geblieben?

Die Gattung “Mobilfunkfotografen” hatten wir auch sehr oft gesehen – hier mein Exemplar dieser besonderen Gattung ;-)

Da ich nur die 50mm Festbrennweite mit hatte mussten wir ziemlich weit laufen, damit ich endlich den Eiffelturm vollständig im Bild hatte …

… denn meist hatte ich nur den ein oder anderen Ausschnitt vom Turm …
Über den Dächern von Paris

Der Invalidendom der Napoleons Grab beherbergt.

Die Seine.

Der Jardins du Trocadero.

Der Place Jaqcues Rueff.

Hinterm Eiffelturm liegt Palaise de Chaillot …

… und vor dem Eiffelturm liegt Champ de Mars.
Unterm Eiffelturm
Unterm Eiffelturm ereignen sich sehr interessante Sachen. Wie etwa das seriöse Kaufangebot 5 für 1 oder die sehr gelungene Aktionshow der Herren & Damen in Blau … auch eine wundervolle Flugshow konnten wir unterm Eiffelturm bestaunen und vorallem auch eine Sitcome … doch seht selbst …
Montmartre – dein Flaire

In den Nebenstrassen ist durchaus noch das gewisse Etwas des [ehemaligen] Künstlervirtels zu spüren.

An jeder Ecke sind mindestens ein Bistrot oder eine Bar und selbstverständlich saß oder stand man davor, hielt ein Plausch, rauchte lässig oder nippte an seinem Cafe Noir …

Hupen ist ja doch verboten – und mit einem Mopet muss man nicht hupen, da fährt man super cool um die Fußgänger drum herum … Verkehrsregeln gibt es zwar, aber die muss man ja nicht einhalten …

Kurioserweise haben wir einen Pferdemetzger und ein Tierpräperator entdeckt … die “Schaufenster” war auch immer sehr liebevoll und ansehenlich dekoriert …

wie überall gibt es auch in Paris ganz viel Graffiti – allerdings sehr gern und sehr gut in schwindelnder Höhe – so kurz und knapp unter der Regenrinne oder so …

ab und zu hatte es auch geregnet …

… doch das juckte kaum, denn die Sonne schien dafür um so heißer und strahlender …

Die Strassen sind voll mit Musik … aus allen Ecken und Winkeln ist irgendwas zu hören oder zu sehen …
Tango auf dem Montmartre from Renee Hawk on Vimeo.
live – ein Tango hinter der Sacré-Coeur …

Auch sah mann immer mal hier und da ein Grüppchen, die sich die Geschichte von Montmartre erzählen ließen …

Auch hier gibt es Haustürgeschäfte – bzw. Fenstergeschäfte ;-) … der Besucher muss erst mal beim Wohnungsinhaber anrufen, dass dieser ihm den Pin für die Haustür schickt oder wie hier aus dem Fenster runter brüllt …

Jetzt kommen wir zum “wahren” Künstlerviertel, dem Place du Tertre … die Kellner erkennt man daran, dass sie einen Hut tragen, in schwarz gekleidet sind und ein leicht süffisantes Lächeln auf den Lippen tragen und gern über den Platz rüber schreien, wenn ein anderer Kellner aus einem anderen Cafe irgendwas sagt …

Manche arbeiten auch undercover …

… und ganz oft konnte ich nur dabei stehen, staunen und mich wundern über ein solch buntes Leben auf einem kleinen Berg …
A trip to paradise – Paris

Hamburger Flughafen – wir hatten viel Zeit und konnten die Vorfreude wahrlich genießen.

Im Flieger der Air France ein leichtes Gedrängel – man kennt das ja: Es könnte ja ohne einen los gehen.

Nach nur eineinhalb Stunde Flugzeit und knapp einer Stunde mit der “S-Bahn” kamen wir in unserem Hotelchen an. Wir bekam netterweise ein Doppelzimmer im 5ten Stock (ohne Lift natürlich) und (was ein Glück) zum Hinterhof raus.

unfreiwillig wurde ich zur Hochzeitsfotografin ;-) … Wir mussten natürlich zuerst die Nachbarschaft erkunden und erklommen den Montmartre, der im nördlichsten Teil von Paris liegt und auf dessen Kuppel die schneeweiße Kirche Sacré-Coeur steht.

Erbaut über einem römischen Tempel und diente auch als keltischer Kultplatz.

Trotz Wallfahrtskirche und ein wirklich erhebenes Gefühl mit dem Blick über den Dächern von Paris, finden sich viele Künstler vor der Panoramatreppe ein und zeigen ihr Können.
Paris – Ein Blick über Paris’ Dächer und die Sacré Coeur im Rücken
Mein erstes Panorma – bestehend aus 7 Bilder mit der Pentax Kr und der 50mm Festbrennweite.
Für die Großansicht hier klicken.
Warum Fotografie?
Vorhin habe ich im Feedreader den schönen Bericht von Frau Doktor gelesen, weshalb sie fotografiert und innerlich konnte ich da doch sehr oft zustimmend nicken.
Ich bin kein großer Erzähler, ich rede nicht gern darüber was und wie ich etwas sehe und welche springende Gedanken ich habe. Das ist kompliziert und nimmt viel Zeit in Anspruch mich zu erklären, damit es für den Zuhörer logisch und/oder plausibel klingt.
Komplexe Dinge mache ich einfach ohne mir eine sekundengenaue Abfolge zurecht zu legen. Was ich im Kopf habe/sehe, ist bereits fertig und meine Augen funktionieren wie ein Sensor. Sie tasten die Umwelt ab und vergleichen das Gesehene mit dem Kopfbild. Bei Übereinstimmung geht ein Signal los, dass in meinem Ohr so laut schrillt, dass ich es unbedingt abstellen muss. Dazu muss ich den Auslöser einer Kamera drücken.
Ich sage extra, dass es der Auslöser einer Kamera sein muss – denn für mich ist die Hardware nicht unbedingt das was das Bild / das Foto ausmacht, sondern das Auge und das Sehen / Wahrnehmen können.
Aber darüber habe ich mich schon öfters ausgelassen und gehört jetzt nicht hier her.
Nachdem ich das Kopfbild mit einer Kamera eingefangen habe – ist das Schrillen im Ohr weg und ich bin entspannt. Mein Kopf ist frei für andere Dingen und für die nächsten Kopfbilder.
Da geht es mir wie Marion, es ist ein positiver Stress – etwas was gut tut, was befriedigend ist, was der Seele und dem Geist gut tut.
Ich lege mich sehr gern ins Gras und halt die Kamera vors Auge. Bewege mich Meter für Meter bäuchlinks über die taunasse Wiese, nur weil das Bokeh einen Meter weiter etwas besser ist oder weil sich dort eine Schwebfliege auf ein Gänseblümchen setzte … oder ich entdecke ein Regenwurm, der sich mühsam über ein Fliegenpils windet … all das ist für mein Geist Entspannung pur.
Später am heimischen Rechner schaue ich mir die Ergebnisse an und freue mich einfach nur. Klar ist nicht jedes Foto ein Hammerbild; das ist aber auch gut so. Denn ich fotografiere für mich und wenn es anderen auch gefällt, freut es mich um so mehr. Wenn dann auch noch der ein oder andere ein Bild kaufen will (was in der Vergangenheit oft genug vorkam) freue ich mich noch mehr. Aber ich will nicht von der Fotografie leben müssen – denn dann wäre es ein Verbiegen meiner Persönlichkeit. Als Selbstständige müsste ich fotografieren was dem Kunden gefällt und das empfinde ich als Negativ-Stress.
Doch wieder zurück zum Punkt: Die Bildbearbeitung …
… dauert nicht lange. So habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich sage, dass ich keine 2 bis 5 Minuten Bearbeitung für ein Bild aufwende/verschwende. Mir ist das dann wieder zu überflüssig und bevor ich es verschlimmbessere, lass ich es lieber liegen und schaue es mir vielleicht gar nicht mehr an oder Jahre später.
Auch habe ich keine Scheu mehr davor Bilder einfach zu löschen.
Zack – weg! So kann es mich nicht belasten und ich muss mich nicht ärgern.
Der Weg bis zu diesem Punkt war schwer, mühsam, steinig und sehr lehrreich und ich bin noch lange nicht angekommen.
Nun aber genug geredet – das reicht jetzt wieder für ein halbes Jahr – ich zeig mal wieder ein Bild – nein, diesmal zeige ich drei Bilder.
Das erste ist Out of Camera (das Originalbild ohne Bearbeitung), das Zweite zeigt die erste Bearbeitung in Lightroom was meinem inneren Auge schon ähnelt und das Dritte zeigt das was ich sehe bevor ich auf den Auslöser drücke.
Gesetz der Serie: Detailliert
Bin ein bisschen spät für die Mai-Aufgabe [Detailliert/abstrahiert (ich sehe was, was du nicht siehst)] von Paleica’s Gesetz der Serie.
Es hat mich schon vor eine Herausfordung gestellt – wie detailliert kann man in der Makrofotografie werden? Unendliche Weiten erwarten uns in einem Makrokosmos, aber so tief wollte ich dann doch nicht gehen und zeig einfach mal detailliert meine wilde Wiese – die ein Makrokosmos in sich birgt …
Auf der Wiese
Gestern hatte ich ja schon erzählt, dass unser Nachbar zur rechten Seite eine sehr sterile grüne Fläsche hinterm Haus hat – t’schuldigung, das heißt ja Wiese … und in meinem Garten wächst das Gras ungehindert gern mal bis zur Unendlichkeit und zurück und über jedes neues, buntes Blümchen freuen sich nicht nur die Hummeln, sondern auch die Bienen und mein Auge …
Als ich vorhin von der Arbeit kam, war noch so wundervolles Licht (aber sehr windig) im Garten, dass ich noch schnell den Zwischenring und das 50mm auf die Kamera spannte und mal genauer nachschaut, was denn da so aktuell im Garten blüht …

Die Gänseblümchen lassen langsam die Köpfe hängen …

Der Spitzwegerich wiegt sich gern mit dem Wind um die Wette …

Roter Klee – ein Traum für jede Hummel …

das wird vielleicht der Claudi gefallen – verblühende Akelei … ist beinahe so schön, wie die Tulpen ;-)
Oxeye-Daisy
Die Margeriten heute mal im dezenten schwarz/weiß … das Bokeh sind die anderen Blütenköpfe. Von Jahr zu Jahr werden es mehr Mageriten …






































